Alexandra Wagner

Schreiben ist für Alexandra Wagner weit mehr als nur ein Beruf – es ist ihre Art, die Welt zu entdecken und Geschichten lebendig werden zu lassen. 1977 in München geboren, wuchs sie als Tochter einer Niederbayerin und eines Italieners zweisprachig auf. Das Aufwachsen zwischen zwei Kulturen prägte ihren wachen Blick, ihren Spürsinn und die unbändige Neugier, mit der sie heute die besten Geschichten für Kinder findet.

Seit dem Jahr 2020 schlägt ihr Herz besonders für die Kinderliteratur. Ihre Leidenschaft für das Geschichtenerzählen teilt sie mittlerweile immer häufiger bei lebendigen Autorenlesungen in Grundschulen, wo sie ihre kleinen Zuhörer mit auf fantastische Reisen nimmt.

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Bücher von Alexandra Wagner

Fragen an Alexandra Wagner

Über dich und deine Bücher

Mit welchen 3 Worten würdest du dich als Autor:in beschreiben?

Neugierig, actiongeladen, vielfältig.

Was ist dein Lieblingsbuch und warum?

Ich nenne mal die Lieblingsbücher meiner Kindheit.
„Die unendliche Geschichte“ – wegen der Vielschichtigkeit und Tiefe.
„Momo“ – wegen der ruhigen Ausstrahlung trotz bedrohlicher Stimmung.
„Pipi Langstrumpf“ – wegen der starken, witzigen und zugleich fürsorglichen Hauptprotagonistin.
„Benni rettet die Schweine“ – wegen der süßen Schweinchen und des mutigen Protagonisten.
„Come nasce...“ – weil die Sachbücher in meiner „Vatersprache“ auf anschauliche Weise erklären, wie die Dinge unseres Alltags entstehen.

Vervollständige den Satz: Ich liebe es zu schreiben, weil …

mein Geist beim Schreiben wie ein Kind spielen kann, mich mit Einfällen überrascht und in den Schreib-Flow führt. Das ist eines der schönsten Gefühle, die ich kenne.

Auf welche Themen oder Tropes darf man sich in deinen Büchern freuen?

Mit meinen Büchern möchte ich in Kindern Neugier wecken und den Mut über sich hinauszuwachsen. Ganz konkret: Bisher ging es um Umwelt, Nachhaltigkeit und Verantwortung sowie Angst und Mut. Immer erzählt mit Magie, Spannung und Action. Mein aktuelles Buchprojekt »Lesewald« verbindet das Thema Lesenlernen mit Interaktion und Magie. Es soll Kindern mehr Freude und Selbstvertrauen beim Lesestart schenken.

Werdegang & Motivation

Erzähl uns etwas über deinen Werdegang als Autor:in.

Ich schreibe schon mein Leben lang und für mein Leben gerne. Daher bin ich (Online-)Redakteuerin geworden. Auf eine Kurzgeschichte, die ich für einen Kunden geschrieben hatte, sprach mich eine Illustratorin an und fragte, ob ich Kinderbuchautorin sei. Mein Text höre sich so an. Das war 2020. Daraufhin dachte ich: Warum nicht? Ich hatte sowieso eine Idee zu meinem ersten Buch im Kopf. Daraufhin habe ich es einfach ausprobiert – natürlich nachdem ich mich über Bücher und Kurse zum Thema Kinderbuchschreiben aufgeschlaut hatte.

Beschreibe den Moment, als du zum ersten Mal dein eigenes Buch in den Händen gehalten hast.

Unwirklich und doch vertraut. Im Selfpublishing begleitet man das eigene Buch ja sehr eng. Man brieft Illustrator:innen und Buchsetzer:innen, nimmt Entwürfe ab, entscheidet, welche Änderungen noch am Cover etc. sinnvoll sind. Man wählt das Papier für den Druck etc. ... einfach alles, was zum Herstellungsprozess gehört, läuft über den eigenen Schreibtisch und unter den eigenen Augen ab. Daher bleibt der Überraschungseffekt aus, wenn das Buch tatsächlich da ist, weil man es schon so oft digital gesehen hat. Das Printexemplar in Händen zu halten, zu spüren und zu riechen, erzeugt dennoch ein besonderes Gefühl: Es ist tatsächlich real! Ich habe ein Buch geschrieben.

Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden?

Weil ich hier schneller Ideen publizieren und auch neue Formate ausprobieren kann, an die sich Verlage eventuell nicht herantrauen. Bei meinen aktuellen Leselern-Büchern »Lesewald« mache ich genau das. Es ist ein Format, das auf Treppenwörtern als Leselernmethode setzt. Die Methode ist etabliert, aber es gibt noch keine Bücher dazu. Stattdessen wird der Markt mit immer neuen Vignettentexten und Silbenlesen-Büchern für den Leseeinstieg überschwemmt. Die Stufe dazwischen fehlt. Diese Lücke möchte ich mit meinen Leselernbüchern schließen und vielen Kindern den Einstieg ins Lesen vereinfachen.

Dein Schreiballtag

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?

Ziemlich fad. Ich sitze am Schreibtisch und schreibe... nicht immer an Büchern, sondern an allerlei Texten. Mein Brotjob ist Schreiben. Daneben darf man sich als Selfpublisherin auf sämtliche Marketingtexte stürzen, die einem so einfallen: Blog-Beiträge, Pressemitteilungen, Instagram-Post etc. Regelmäßiges Aufstehen mit Bewegungseinheiten gehören aber auch zu meinem Schreiballtag. Das bringr den Körper und Geist in Schwung. Top, wenn man mal nicht weiterkommt.

Wie entwirfst du deine Figuren?

Ich überlege mir immer: Welches Problem und Ziel hat die Figur? Welche Rolle im Plot übernimmt sie? Welchen Weg soll sie gehen, um ihre Ziele zu erreichen? Ich erstelle einen Mini-Charakterbogen und überlege mir in Alltagssituationen immer wieder, wie die Figur genau jetzt in dieser Situation reagieren und handeln würde, auch wenn das nichts mit der Geschichte zu tun hat. Manchmal nehme ich mir auch Vorbilder aus dem echten Leben: eine bestimmte Eigenschaft, eine Besonderheit, ein Detail aus der Biografie einer Person und schenke das einer Figur.

Welche Herausforderungen hast du beim Schreiben deiner Bücher erlebt?

Zu Beginn einer Geschichte muss ich manchmal auf die Suche nach der richtigen Erzählstimme gehen. Zum Ende hin werde ich oft ungeduldig und möchte einfach nur noch fertig werden. Diese Eile nimmt mir den Spaß, das Ende der Geschichte auszukosten.

Ausblick & Weitergabe

Welche Ziele hast du für deine zukünftige Karriere als Autor:in?

Mal Bücher anzugehen, die ab 10 oder 12 Jahren sind und nicht ab 6 oder 8 Jahren.

Welchen Rat hast du für angehende Autor:innen?

Durchhaltevermögen und Spaß an der Sache sind das Wichtigste. Bücher schreiben und vor allem veröffentlichen, ist ein Marathon, kein Sprint.