Corinna Kohfink
Corinna Kohfink, ein Sommerkind aus dem Jahr 1966, ist bekennende Lese- und Schreibratte. Sie liebt es, mit der deutschen Sprache zu spielen, fiktiven Figuren Leben einzuhauchen und dadurch Menschen zu berühren oder zum Nachdenken zu bringen. Für sie sind es nicht die großen Dramen, die ein gutes Buch braucht, sondern das Teilhaben am Alltag der Protagonist*innen und das Beobachten von persönlicher Entwicklung der Charaktere.
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Bücher von Corinna Kohfink
Fragen an Corinna Kohfink
Über dich und deine Bücher
Mit welchen 3 Worten würdest du dich als Autor:in beschreiben?
Eisern diszipliniert, perfektionistisch, voller Ideen.
Was ist dein Lieblingsbuch und warum?
Die Harry-Potter-Reihe – für mich eine ganze Welt in einer Geschichte. Darin zeigt sich alles, was es im echten Leben auch gibt: Liebe, Freundschaft, Menschlichkeit versus Unterdrückung, Gut und Böse mit sämtlichen Zwischenstufen, Verbundenheit genauso wie Rassismus, Weltoffenheit und Engstirnigkeit, Ängste, Humor, Drama. Für mich eine brillante Erschaffung eines eigenständigen Universums. Selbst wenn Joanne K. Rowling inzwischen umstritten ist, steht ihr Werk für mich immer noch für Toleranz, Menschenliebe und Hoffnung.
Vervollständige den Satz: Ich liebe es zu schreiben, weil …
Ich liebe es zu schreiben, weil es nichts anderes gibt, bei dem ich mir selbst so nah bin wie beim Abtauchen in die Gefühlswelt einer Protagonistin.
Auf welche Themen oder Tropes darf man sich in deinen Büchern freuen?
Mir geht es vor allem darum, Geschichten zu erzählen, bei denen sich ein Liebesstrang und ein Entwicklungsstrang miteinander verknüpfen. Meine Protagonistinnen stehen stets in irgendeiner Form vor einer besonderen Herausforderung, an der sie wachsen und bei der sie sich entfalten. Der Mann an ihrer Seite unterstützt die »Heldin« beim Gehen ihres Weges, inspiriert sie, ohne sie retten zu müssen. Mir ist wichtig, Frauen in ihre eigene Handlungsmacht zu führen. Dahinter steckt auch eine Botschaft, die ich meinen Leserinnen mitgeben möchte. Wenn ich das in Tropes packen sollte, dann passt Cozy Romance immer, Slow Burn meistens und He falls first oft. Da meine Protagonistinnen und Protagonisten oft schon in den Vierzigern sind, spielt das Motiv der zweiten Chancen ebenfalls eine große Rolle.
Werdegang & Motivation
Erzähl uns etwas über deinen Werdegang als Autor:in.
Meine „Karriere“ begann in der Grundschule, als ich meine ersten Kurzgeschichten verfasste. Später kamen Gedichte hinzu. Mit Anfang dreißig habe ich mich erstmals an ein Romanmanuskript gesetzt, doch dann wurde es ohne Recherche-Reise kompliziert, weil die Geschichte in Neuseeland spielte. Dort war ich zwar schon, aber das Ganze lag Jahre zurück. Zwanzig Jahre später kam dann gefühlt über Nacht Corona und mein Terminkalender als selbstständige Coachin leerte sich binnen einer Woche vollständig. Da war sie plötzlich, die perfekte Gelegenheit, das alte Manuskript, das unzählige Rechnerumzüge überlebt hatte, frisch mit Leben zu erfüllen. Ich steigerte mich in einen Schreibrausch, nutzte die Annehmlichkeiten der heutigen Zeit (Google Earth, Google Streetview, Youtube-Videos, Reiseblogs), um mich wieder in ein längst vergessenes Neuseeland-Feeling zu versetzen, und beendete die Geschichte. Schon beim Schreiben kam die Idee für einen weiteren Roman, der völlig überraschend bis auf #3 der Gesamt-Kindle-Bestsellerliste kletterte. Von da an gab es kein Halten mehr – und mein neuer Hauptberuf war geboren.
Wer oder was hat dich dazu inspiriert, Bücher zu schreiben?
Da muss ich weit zurückgehen in die Kindheit. Erst Enid Blyton und Wolfgang Ecke, später Berte Bratt. Namen, die man heute kaum noch kennt – von Enid Blyton abgesehen.
Beschreibe den Moment, als du zum ersten Mal dein eigenes Buch in den Händen gehalten hast.
Oh, das ist unbeschreiblich. Da tobte in mir ein wilder Gefühlscocktail aus Freude, Glück, Staunen, Stolz, Dankbarkeit, Demut, Ungläubigkeit und Hoffnung, einem ganz neuen Weg eine erfolgreiche Richtung zu geben.
Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden?
Einer meiner persönlichen Top-3-Werte lautet Freiheit. Und Selfpublishing ist für mich der Inbegriff von Freiheit. Ich kann zusammenarbeiten, mit wem ich mag; in meinem Tempo schreiben; veröffentlichen, wann ich mag – und am allerwichtigsten: schreiben, was ich möchte und wie ich es möchte. Ich bin unabhängig von Mainstream-Diktaten und darf das aufgreifen, was mir wichtig ist und was unbedingt in die Welt getragen werden will. Ich vertraue darauf, dass es am Ende genug Leserinnen und Leser gibt, die genau das lesen möchten. Bislang bin ich damit gut gefahren.
Dein Schreiballtag
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Nahezu süchtig nach Buchstaben, Wörtern, Sätzen. Das hat oft was von Schreibmanie. Wenn ich in einer Geschichte stecke, gibt es nichts anderes mehr. Dann tippe ich, bis die Gelenke oder die Finger und alles andere schmerzen. Meine Ruhe finde ich erst wieder, wenn »Happy End« getippt ist.
Wie entwirfst du deine Figuren?
Meine Figuren entwerfen sich selbst. Sie führen ein reges Eigenleben, mit dem sie mich oft genug überraschen. Am Anfang kenne ich nur den Namen einer Figur und ihre Lebenssituation. Erst beim Schreiben zeigt sie sich. Oft kommt es mir vor, als würden meine Charaktere ihre Geschichte selbst entwickeln. Und ich sitze wie eine Zuschauerin daneben und lasse auf mich wirken, was sie tun. Sie diktieren mir, was ich tippen soll. Klingt schräg, fühlt sich aber genau so an. Ich erinnere mich an einen männlichen Protagonisten, der sich eigentlich während eines Gesprächs mit der weiblichen Hauptfigur als Charakterschwein outen sollte, doch er weigerte sich hartnäckig, das zu tun. Am Ende der Szene hatte ich ihn so liebgewonnen, dass er später den Hauptpart in einem anderen Roman übernehmen durfte.
Welche Herausforderungen hast du beim Schreiben deiner Bücher erlebt?
In aller Regel »flutscht« das Schreiben bei mir wie von selbst. Die größte Herausforderung war für mich, den Umgang mit Internettrollen zu lernen. Zu Beginn habe ich mich von persönlichen Angriffen vernichtet gefühlt. Inzwischen sehe ich, dass diese Menschen mit ihrem Verhalten mehr über sich sagen als über meine Bücher.
Ausblick & Weitergabe
Welche Ziele hast du für deine zukünftige Karriere als Autor:in?
Auch wenn ich Selfpublisherin bin, träume ich wahrscheinlich den Traum jeder Autorin: einmal ein Buch von mir im Buchhandel ausliegen zu sehen. Oder alternativ: irgendwo in der Öffentlichkeit jemanden mit einem Buch von mir in der Hand anzutreffen.
Welchen Rat hast du für angehende Autor:innen?
Von Anfang an mit maximaler Professionalität und Bereitschaft zur Selbstkritik an die Sache heranzugehen – mit einem vom Profi gestalteten Cover, gründlichem Korrektorat und Lektorat, kritischem Blick auf das Erzähltempo, einem Top-Buchsatz und so weiter. Am Anfang habe ich in Verlagsbüchern Zeilen und Zeichen gezählt, Abstände gemessen, jede einzelne Seite seziert, um mit derselben Qualität anzutreten. Und dann: dranbleiben, dranbleiben, dranbleiben!
