Elena Khanina
Elena Khanina, geboren in Russland, lebt seit über 30 Jahren in Deutschland. Sie ist Naturwissenschaftlerin, Autorin und Verlegerin. In ihrem Verlag fördert sie Sprachenvielfalt und Kulturaustausch. Ihre Bücher laden Kinder und Erwachsene dazu ein, über den Tellerrand hinauszuschauen und ihren Träumen treu zu bleiben.
„Die Glückshenne und das schlichte Ei“, ihr erstes Kinderbuch, basiert auf einem russischen Volksmärchen und wurde von ihr bewusst ins Deutsche übersetzt.
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Bücher von Elena Khanina
Fragen an Elena Khanina
Über dich und deine Bücher
Mit welchen 3 Worten würdest du dich als Autor:in beschreiben?
ideenreich – entschlossen – unabhängig
Was ist dein Lieblingsbuch und warum?
Ich habe viele Lieblingsbücher. Als Kind liebte ich besonders „Die rote Blume“ (eine Variante von „Die Schöne und das Biest“) von Sergej Aksakow. Ich mag Familiengeschichten vor historischem Hintergrund. Ein Klassiker, der mich stark beeindruckt hat, ist „Vom Winde verweht“ von Margaret Mitchell. Ich lese gern Biografien, weil mich Lebensgeschichten berühren – zuletzt besonders „Mein verdorbenes Blut oder Streuselkuchen nach schlesischer Art“ von Hubert Küter. Außerdem mag ich historische Romane mit Abenteuer, Romantik und Spannung, wie „Der Reiter ohne Kopf“ von Mayne Reid. In der modernen Literatur lese ich sehr gern Werke von Elizabeth Gilbert, da ich sie als ehrlich und authentisch empfinde.
Mit welchem Autor oder welcher Autorin würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen – und warum?
Wenn ich frei wählen dürfte, wäre es Elisabeth Gilbert. Ich liebe ihre Bücher und habe das Gefühl, dass man sich mit ihr über alles unterhalten könnte. Ich empfinde sie als offen, ideenreich und vor allem als sehr authentisch.
Vervollständige den Satz: Ich liebe es zu schreiben, weil …
Ich liebe es zu schreiben, weil es mich erfüllt und mir das Gefühl gibt, ganz bei mir selbst zu sein.
Auf welche Themen oder Tropes darf man sich in deinen Büchern freuen?
In meinem Roman „Trifilij, seine Frau Tatjana und seine Töchter Marseillaise und Felitsata“ (geschrieben unter dem Pseudonym Helene Yalden) begleiten Leser:innen eine einfache Familie durch das Leben in der Sowjetunion, so wie es in den Erinnerungen meiner Familie festgehalten ist – und lernen dabei ganz nebenbei viel über die Geschichte dieser Zeit. Zusammen mit einem ausführlichen Kommentar-Kapitel bietet diese authentische Biografie viele interessante Informationen, besonders für Menschen, die sich für historische Literatur interessieren.
Mein Kinderbuch „Die Glückshenne und das schlichte Ei“ ist ein zweisprachiges Buch (Deutsch-Russisch und Deutsch-Englisch), basierend auf einem russischen Volksmärchen. Es erzählt eine kurze, leicht verständliche Geschichte und eignet sich ideal für spielerisches Sprachenlernen.
In „Was ist Noahs Traumberuf“ geht es um Selbstfindung und die Frage nach dem eigenen Berufsweg. Das Buch stellt auch ungewöhnliche Berufe vor und verbindet diese mit spannendem Wissen – unter anderem über Raumfahrt und das Weltall. Das Buch erschien in zwei Ausgaben: auf Deutsch sowie als zweisprachige Ausgabe (Deutsch–Ukrainisch).
„Wie Ritter Henrik und Prinzessin Romy einen Riesen zum Mars schickten“ entführt in eine märchenhafte Welt voller Abenteuer. Es geht um Mut, Freundschaft und persönliche Entwicklung – kombiniert mit fantasievollen Elementen und kindgerecht vermitteltem Wissen über Planeten und den Mars.
Werdegang & Motivation
Erzähl uns etwas über deinen Werdegang als Autor:in.
Mein ganzes Berufsleben habe ich als Ingenieurin in der Raumfahrt gearbeitet. Kaum etwas hat mich so fasziniert und erfüllt wie diese Arbeit. Auch in dieser Zeit habe ich viel geschrieben – allerdings vor allem wissenschaftliche Artikel und technische Dokumentationen. Schon immer habe ich viel gelesen und wollte irgendwann mein eigenes Buch schreiben. Ich wusste auch lange, worum es gehen sollte: um die Geschichte meiner Vorfahren. Aber ich war voll in meinem Beruf eingespannt und hatte keine Zeit zum Schreiben. Erst mit dem Eintritt in den Ruhestand habe ich begonnen, mich intensiver dem Schreiben zu widmen. Mein erstes Projekt war die Familienbiografie – und seitdem hat mich das Schreiben nicht mehr losgelassen. Es ist zu einer großen Leidenschaft geworden. Inzwischen habe ich neben der Familienbiografie bereits drei Kinderbücher veröffentlicht.
Wer oder was hat dich dazu inspiriert, Bücher zu schreiben?
Alles begann mit der Familienbiografie, die ich unbedingt schreiben wollte. Meine Vorfahren waren außergewöhnliche Menschen mit bewegenden Schicksalen. Meine Mutter und meine Tante haben mir viele ihrer Geschichten erzählt, und ich wollte sie für meine Kinder und kommende Generationen festhalten – damit sie nicht verloren gehen. Ich hätte nie gedacht, wie emotional der Recherche- und Schreibprozess sein würde. Beim Lesen mancher fertiger Kapitel musste ich sogar weinen. Besonders die Geschichte meines Großvaters hat mich sehr berührt und war stellenweise traurig. Am Ende war ich emotional erschöpft, aber gleichzeitig sehr erfüllt und dankbar, dass ich diese Geschichte aufgeschrieben habe.
Beschreibe den Moment, als du zum ersten Mal dein eigenes Buch in den Händen gehalten hast.
Es war ein unbeschreiblich schöner und erfüllender Moment. Ich bin sehr froh und dankbar, dass ich das erleben durfte.
Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden?
Mein erstes Buch, die Familienbiografie, habe ich zunächst auf Russisch geschrieben. Erst ein Jahr später erschien die deutsche Übersetzung. Für die russische Ausgabe gab es für mich praktisch nur eine Möglichkeit: die Veröffentlichung im Selfpublishing. Gemeinsam mit meinem Mann habe ich dafür den Verlag Yalden gegründet. Später haben wir auch Werke anderer Autorinnen und Autoren veröffentlicht. Ich schätze diesen unabhängigen Weg sehr, auch wenn er viele Herausforderungen mit sich bringt. Für mich bedeutet er auch persönliche Weiterentwicklung sowie Chancen für die Zukunft.
Dein Schreiballtag
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Ich teile meinen Arbeitsalltag zwischen der Verlagsarbeit und dem Schreiben auf. Da wir ein sehr kleiner Verlag sind, erledigen wir alles selbst. Deshalb bleibt mir oft nicht viel Zeit zum Schreiben. Trotzdem genieße ich die Unabhängigkeit sehr – niemand setzt mich unter Zeitdruck. Wenn ich jedoch Zeit habe, kann ich an einem Tag bis zu zweitausend Wörter schreiben.
Ausblick & Weitergabe
Welchen Rat hast du für angehende Autor:innen?
Gehe deinen eigenen Weg und lass dich nicht entmutigen. Schreiben erfordert Geduld und Ausdauer – aber wenn du dranbleibst und an dich glaubst, wird sich alles fügen.
