Heidi Troi
Heidi Troi schreibt Krimis mit Tiefgang, Spannung und meistens auch mit einer Prise Humor. Ihre Geschichten führen von den Südtiroler Bergen bis an die Küsten der britischen Inseln.
Ob in der Garda-See-Krimireihe rund um Marescialla Bianca Rossi oder in den Alpenkrimis mit Lorenz Lovis – Heidi Trois Figuren sind vielschichtig, ihre Fälle atmosphärisch und oft überraschend aktuell. Dabei geht es nie nur um das Verbrechen, sondern immer auch um die Menschen dahinter: ihre Motive, ihre Abgründe – und manchmal auch um ihre Rettung.
Heidi Troi im Netz

© Benni Troi
Bücher von Heidi Troi
Fragen an Heidi Troi
Über dich und deine Bücher
Mit welchen 3 Worten würdest du dich als Autor:in beschreiben?
Vielseitig. Humorvoll. Empathisch.
Was ist dein Lieblingsbuch und warum?
Meine Herzensreihe ist die Krimireihe vom Gardasee. Da geht es um eine Frau, die häuslicher Gewalt ausgeliefert ist. Um ihre Gefühlswelt, die Unmöglichkeit, sich zu schützen und die inneren Barrieren, sich Schutz zu holen. Im weitesten Sinne geht es um das Thema Femizid. Als Leserin wechseln meine Lieblingsbücher ständig. Gerade ist es „Die geheime Sehnsucht der Bücher“ von Nina George. In diesem Buch kann ich mich verlieren.
Mit welchem Autor oder welcher Autorin würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen – und warum?
Mit Julia K. Rodeit und Jana Lukas – einfach weil ich weiß, wie gut es sich mit den beiden plaudert.
Vervollständige den Satz: Ich liebe es zu schreiben, weil …
… ich ein Ventil für all die Geschichten brauche, die in mir schlummern. Das Problem dabei ist: Mit jeder Geschichte, die ich aufschreibe, entsteht in meinem Kopf eine neue. Das Schreiben hilft mir, Themen zu verarbeiten, die mich beschäftigen oder für Situationen eine Lösung zu finden, die sich für mich gut anfühlt.
Auf welche Themen oder Tropes darf man sich in deinen Büchern freuen?
In den Krimis hat mich ein Blogger entlarvt. Häusliche Gewalt und überhaupt Gewalt gegen Frauen kehrt bei mir immer wieder. Grundsätzlich sind es die Unterdrückten, denen ich meine Stimme leihe. Das müssen gar nicht die großen Themen der Welt sein, vielleicht nur der Mangel an Wohnraum in Südtirol oder ein schwieriges Eltern-Kind-Verhältnis. Immer wieder spielt auch dieses Gefühl des Ausgeliefertseins gegenüber allem, was mit künstlicher Intelligenz zu tun hat, eine Rolle in meinen Geschichten.
In den Liebesgeschichten widme ich mich gern den Menschen, die sich auf dem Weg befinden – und dabei das größte Hindernis für sich selbst sind. Ich mag ihre Zweifel und Unsicherheiten und wie sie im Laufe der Geschichte über sich hinauswachsen. In Tropes gesprochen, bin ich ganz sicher ein Fan von Enemies to Lovers, aber auch Forbidden Love und Second Chance liebe ich. Und natürlich Small Town Romance.
Werdegang & Motivation
Erzähl uns etwas über deinen Werdegang als Autor:in.
Ich wollte schon als Kind Schriftstellerin werden und habe das auch als Zehnjährige ganz klar artikuliert: Ich wollte Kinderbücher schreiben. Da ich von allen Seiten bestätigt wurde, habe ich das Schreiben nie ganz aus den Augen verloren. Nicht einmal die Schule mit ihren Erlebniserzählungen und Essays konnte mir die Lust daran verderben. Aber ich war immer zu unsicher, mit meinen Büchern auch an die Öffentlichkeit zu gehen. Mein Mann durfte immer lesen, was ich geschrieben hatte, aber dann verschwanden die Texte in der digitalen Schublade – und fielen all den Computercrashs zum Opfer. Erst 2015 wurde es konkreter. Da hüpfte der Schreibkurs von Lea Korte immer wieder in meinen Feed und irgendwann gab ich mir einen Schubs – oder besser gesagt mein Mann tat das. Ich machte den Kurs, schrieb im Laufe der zehn Monate einen guten Teil meines ersten Krimis und Lea sorgte dafür, dass ich danach dranblieb und half mir sogar, eine Agentin zu finden. Tja, und so hab ich 2020 gleich meine ersten drei Bücher veröffentlicht – ein Krimi und zwei Kinderbücher.
Wer oder was hat dich dazu inspiriert, Bücher zu schreiben?
Die Antwort ist einfach: mein Mann. Er ist es, der jeden Abend nach Hause kommt und fragt, ob er wieder was lesen darf. Er lebt die Geschichten mit, ärgert sich über Charaktere und stellt manchmal auch die richtigen Fragen, die mich dazu bringen, eine andere Richtung einzuschlagen.
Beschreibe den Moment, als du zum ersten Mal dein eigenes Buch in den Händen gehalten hast.
Herzklopfen. Ich habe gezittert vor Aufregung und kaum Luft bekommen. Vielleicht hab ich auch ein bisschen geheult. Es war – nach den Geburten meiner Kinder – der emotionalste Moment in meinem Leben.
Dein Schreiballtag
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Ich versuche, jeden Tag etwa zweitausend Wörter zu schreiben. Meistens schaffe ich es, wenn nicht, dann stimmt mit der Geschichte etwas nicht. Diese zweitausend Wörter werden irgendwo in den Tag gequetscht. Manchmal gleich morgens (das sind die guten Tage), manchmal ein paar nach dem Mittagessen und der Rest am Abend. Und manchmal schaffe ich es auch einfach nicht. Da ich einen Brotjob habe, der ebenfalls meine Leidenschaft ist, muss das Schreiben sich meine Zeit damit aufteilen. Und das ist gut so. Als Theaterpädagogin komme ich mit vielen Menschen in Kontakt und das rettet mich davor, den ganzen Tag hinter einem Bildschirm zu verbringen.
Wie entwirfst du deine Figuren?
Schreibend. Ich habe eine vage Idee, aber manchmal entwickeln sich die Figuren dann ganz anders. Ich habe dann immer meine Figurendatenbank offen und übertrage die wichtigsten Details dorthin. Meine Figuren im Vornhinein planen kann ich nicht. Ich lerne sie lieber handelnd und sprechend kennen und dann übernehmen meistens einfach sie das Erzählen der Geschichte.
Ausblick & Weitergabe
Welche Ziele hast du für deine zukünftige Karriere als Autor:in?
Ich möchte weiterhin sehen, was auf mich zukommt. Ich möchte manchmal in meinen Schubladen bleiben, aber auch ausbrechen dürfen und vor allem wünsche ich mir, dass das Schreiben mir weiterhin Spaß macht – und meinen Leser:innen das Lesen.
Welchen Rat hast du für angehende Autor:innen?
Nur den einen: Tut es!
