Monika Augustin
Als Kind entdeckt Monika Augustin ihre große Liebe zu Geschichten und beginnt früh, selbst welche zu schreiben. Während ihrer Schulzeit erhält sie zweimal den Stuttgarter Jungautorenpreis. Für ihr Kinderbuch »Das Mucksmäuschen« wird sie 2019 mit dem Deutschen Selfpublishing-Preis ausgezeichnet. 2024 erscheint mit »Die Froschkönigin« der erste Band ihrer Jugendbuchreihe »Legends Remastered«. Heute lebt, liest und erzählt Monika Augustin mit Mann, Tochter und Kater bei Ludwigsburg.
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Bücher von Monika Augustin
Fragen an Monika Augustin
Über dich und deine Bücher
Mit welchen 3 Worten würdest du dich als Autor:in beschreiben?
Geschichtenerzählerin. Empathin. Architektin.
Ich liebe Geschichten und schreibe mit dem Herzen, aber nie aus dem Bauch heraus. Meine Geschichten sind emotional aufgeladen, meine Figuren tragen intensive innere Konflikte aus, und gleichzeitig plotte und plane ich jede Entwicklung konsequent durch – sowohl die äußeren, also auch die inneren.
Mit welchem Autor oder welcher Autorin würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen – und warum?
Mit Wolfgang Hohlbein. Seine Bücher habe ich als Teenager verschlungen. Sie waren riesig, düster, abenteuerlich – und sie haben mir gezeigt, wie groß Geschichten sein dürfen. Ich würde ihn gern fragen, wie er es geschafft hat, über Jahrzehnte hinweg Welten zu erschaffen, die ganze Generationen geprägt haben. Und wahrscheinlich würde ich ihm einfach Danke sagen.
Vervollständige den Satz: Ich liebe es zu schreiben, weil …
Ich halte es da mit Dorothy Parker, die wohl einmal sagte: Ich hasse es zu schreiben, aber ich liebe es, geschrieben zu haben. Tatsächlich empfinde ich das Schreiben eher als anstrengend; es ist so mühsam, tagelang an einer Szene zu feilen oder (true story) sich Pferdedressur anzulernen, um eine fachlich korrekte Reitszene schreiben zu können. Aber wenn es dann fertig ist… Wenn ich meine Bücher ansehe oder sogar eine Lesung halte, dann ist das einfach großartig.
Werdegang & Motivation
Erzähl uns etwas über deinen Werdegang als Autor:in.
Ich habe mit Fortsetzungsgeschichten zu Star Trek begonnen, die ich mit einer Brieffreundin hin und her geschickt habe. Den Begriff „Fan Fiction“ kannten wir nicht, aber genau das war es.
Ich habe unzählige Kurz- und Langgeschichten geschrieben, mehrere Romane fast beendet – und dann viele Jahre pausiert.
Zurückgekommen bin ich erst, als meine Tochter zwei Jahre wurde. Ihre Frage: „Mama, was sind eigentlich Mucksmäuschen?“ brachte alles ins Rollen. Ich hatte sie wohl etwas zu oft aufgefordert, mucksmäuschenstill zu sein – und plötzlich merkte ich: Diese Frage verdient eine Antwort. Aber es schien keine zu geben. Also schrieb ich sie. Und so fing es wieder an.
Warum hast du dich für Selfpublishing entschieden?
Eigentlich habe ich mich nicht entschieden – ich bin eher hineingerutscht.
Ich wollte „Das Mucksmäuschen“ ursprünglich nur als einzelnes Fotobuch für meine Tochter drucken lassen. Bei der Suche nach einem Anbieter stieß ich auf Print-on-Demand – und eines führte zum anderen.
Ich habe dann meine „Legends Remastered“ Reihe begonnen und zunächst versucht, einen Verlag dafür zu gewinnen, eine Zeitlang sogar mit Unterstützung einer renommierten Agentur. Doch irgendwann wurde klar: Wenn ich meine Geschichten in die Welt bringen will, dann sollte ich selbst losziehen.
Heute weiß ich: Selfpublishing und Verlag haben beide ihre Vor- und Nachteile. Nach einer langen Lernkurve bin ich angekommen – selbstbestimmt, aber mit realistischem Blick auf die Branche.
Dein Schreiballtag
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Ich bin Plotterin durch und durch.
Monatelang schreibe ich kein einziges Wort, sondern denke nur über die Geschichte nach. Ich bewege sie im Kopf, prüfe Motivationen, Spannungsbögen und innere Entwicklungen.
Dann setze ich mich hin und schreibe das Gerüst von A bis Z. Erst wenn alles steht, beginne ich damit, die Szenen auszuformulieren. Wenn ich dann beim Schreiben merke, dass etwas nicht funktioniert wie gedacht (ja, es stimmt, Figuren entwickeln irgendwann ein Eigenleben!), dann ist das nicht schlimm, dann plane ich halt um. Aber ohne Landkarte von A bis Z fahre ich nicht los
Wie entwirfst du deine Figuren?
Am Anfang stehen zwei Fragen: Was fühlen sie? Und was treibt sie an?
Das Aussehen von Figuren hingegen interessiert mich kaum – weder beim Schreiben noch beim Lesen. Entscheidend ist die innere Entwicklung.
Die emotionale Reise einer Figur ist bei mir genauso geplottet wie die äußeren Ereignisse. Alles andere – Gestik, Details, manchmal sogar das komplette Aussehen – entwickelt sich beim Schreiben fast von selbst.
Ausblick & Weitergabe
Welche Ziele hast du für deine zukünftige Karriere als Autor:in?
Ich setze mir keine festen Karriereziele. Ich setze einen Fuß vor den anderen und schaue, wohin der Weg führt.
Natürlich habe ich irre Wunschträume: Eine Serie zu meinen Märchenadaptionen, eine Mini-Staffel pro Buch, vielleicht bei Netflix oder der ARD – das wäre spektakulär.
Ganz konkret merke ich aber gerade, dass meine Idee, in meiner Heimatregion zur „Go-to“-Autorin für weiterführende Schulen zu werden, Fuß fasst. Lesungen sind für mich nicht nur wirtschaftlich relevant – sie sind direkte Begegnung. Und genau dort entsteht Wirkung.
Welchen Rat hast du für angehende Autor:innen?
Nur einen: Einfach machen.
Marktanalyse, Zielgruppenbestimmung, Marketingstrategie – alles wichtig. Aber am Ende gibt es zu viele Fische im Teich, um Erfolg berechnen zu können.
Mach dein Ding. Schreib die Geschichte, die dich nicht loslässt. Ganz bestimmt findst du dann Menschen, die genau das lesen wollen. Oder sie finden dich.
Strategie kann helfen. Aber am Ende gehört immer Glück dazu, und das ist einfach nicht steuerbar.
