Stephan Hippe
Stephan Hippe ist Sänger, Schauspieler, Autor und Chanson-Interpret. Nach seinem Studium für Schauspiel und Gesang in Hamburg wurde er mit dem Bundesgesangswettbewerb in der Sparte Chanson ausgezeichnet. Es folgten Engagements an renommierten Bühnen sowie zahlreiche Fernsehproduktionen. Seine besondere Leidenschaft gilt seit jeher dem französischen Chanson und seinen großen Erzählern. Fast zwanzig Jahre führte er auch eines der bekanntesten französischen Restaurants Hamburgs. Diese Zeit vertiefte seine Leidenschaft für die französische Kultur und Lebensart und inspirierte ihn zu seinem ersten Koch- und Lese-Buch Le Grand Bordel. Heute verbindet er seine Erfahrungen als Künstler, Gastronom und Frankreich-Liebhaber auf einzigartige Weise. Mit seinen erfolgreichen multimedialen Theaterproduktionen über Charles Aznavour, Jacques Brel und Hildegard Knef begeistert Stephan Hippe seit Jahren Publikum im gesamten deutschsprachigen Raum. Seine Programme verbinden Musik, Literatur, Film und persönliche Geschichten zu ebenso unterhaltsamen wie bewegenden Theaterabenden. Mit FRANCHEMENT, JEAN-CHARLES! legt Stephan Hippe seine bislang persönlichste Arbeit vor. Mit Witz, Charme und viel Herz beschreibt er das Leben zwischen Deutschland und Frankreich und erzählt von kulturellen Missverständnissen, kleinen Wundern und den Eigenheiten des französischen Alltags. Das Buch ist eine augenzwinkernde Liebeserklärung an Frankreich – humorvoll, nachdenklich und voller Geschichten, die man sofort weitererzählen möchte.
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Bücher von Stephan Hippe
Fragen an Stephan Hippe
Über dich und deine Bücher
Mit welchen 3 Worten würdest du dich als Autor:in beschreiben?
Neugierig. Genussfähig. Frankophil.
Was ist dein Lieblingsbuch und warum?
Das wechselt ständig. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ehrfürchtig vor Bücherregalen
erstarren.
Ein gutes Buch muss mich verführen – wie ein guter Bordeaux oder ein perfekt gebackenes
Baguette. Es muss mich zum Lachen bringen, mich überraschen oder mir plötzlich den Boden
unter den Füßen wegziehen. Wenn es das schafft, begleitet es mich ein Leben lang.
Mit welchem Autor oder welcher Autorin würdest du gerne mal einen Kaffee trinken gehen – und warum?
Mit Marcel Pagnol. Allerdings nicht auf einen Kaffee. Ich würde ihn irgendwo in der
Provence treffen, wo der Pastis auf den Tisch kommt, bevor überhaupt jemand gefragt hat.
Er beschreibt Menschen nie von oben herab. Er lächelt über sie – und nimmt sie trotzdem
ernst. Denn das sind die besten Geschichten. Sie laufen einfach vorbei.
Vervollständige den Satz: Ich liebe es zu schreiben, weil …
… Neugier dabei ausdrücklich erwünscht ist.
… weil man lauschen darf.
… weil man Fragen stellen darf.
… und weil ich dabei all die Dinge sagen darf, für die man mich früher ohne Abendessen ins
Bett geschickt hätte.
Auf welche Themen oder Tropes darf man sich in deinen Büchern freuen?
Auf das Leben. Nicht das spektakuläre. Das echte.
Auf Nachbarn. Auf Kellner. Auf Wochenmärkte.
Auf französische Handwerker und deutsche Urlauber.
Auf Wein, Baguette und Bürokratie.
Auf Deutsche, die alles organisieren.
Auf Franzosen, die alles improvisieren.
Meine Bücher sind keine Reiseführer.
Sie sind Einladungen, genauer hinzusehen.
Werdegang & Motivation
Erzähl uns etwas über deinen Werdegang als Autor:in.
Eigentlich habe ich mein ganzes Leben Geschichten erzählt.
Früher allerdings öfter mit einem Mikrofon in der Hand.
Seit Jahrzehnten stehe ich als Sänger, Schauspieler und Chansonnier auf der Bühne.
Irgendwann wurde mir klar, dass manche Geschichten keinen Vorhang brauchen.
Sie wollen zwischen zwei Buchdeckeln wohnen.
Wer oder was hat dich dazu inspiriert, Bücher zu schreiben?
Frankreich. Genauer gesagt: die Franzosen.
Noch genauer: mein tägliches Kopfschütteln über die Franzosen – und ihr tägliches
Kopfschütteln über mich.
Je länger ich dort lebe, desto klarer wird mir:
Dieses Land schreibt die besten Pointen selbst.
Beschreibe den Moment, als du zum ersten Mal dein eigenes Buch in den Händen gehalten hast.
Es war ein merkwürdiger Moment.
Monatelang lebt ein Buch nur im Kopf.
Dann auf dem Bildschirm.
Und plötzlich hat es Gewicht.
Es riecht nach Druckerschwärze.
Und auf einmal merkt man: Jetzt gehört es den Lesern.
Dein Schreiballtag
Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Ich schreibe überall. Im Café. Im Zug.Auf Terrassen.
Zwischen zwei Theaterproben.
Am liebsten allerdings in meinem neun Quadratmeter großen Zirkuswagen im Garten.
Dort ist die Welt klein genug, damit die Gedanken groß werden.
Oder nachts um halb zwei, wenn mir einfällt, dass ein Satz plötzlich viel besser klingt als drei
Stunden zuvor.
Zum Schreiben braucht man nicht viel:
Einen Stift oder einen Laptop. Kaffee.
Und manchmal auch ein gutes Glas Wein.
Die eigentliche Arbeit passiert allerdings im Kopf.
Geschrieben wird später.
Wie entwirfst du deine Figuren?
Gar nicht. Ich begegne ihnen. Im Supermarkt.Im Theater.
Auf Tournee an der Tankstelle.
Man muss nur genau hinschauen und gut zuhören.
Und manchmal die Namen ändern.
Welche Herausforderungen hast du beim Schreiben deiner Bücher erlebt?
Die richtige Balance zu finden.
Zwischen Leichtigkeit und Tiefe.
Zwischen Wirklichkeit und Fantasie.
Zwischen Humor und Ernst.
Nicht jede Geschichte braucht eine Pointe.
Genau wie das Leben.
Ausblick & Weitergabe
Welche Ziele hast du für deine zukünftige Karriere als Autor:in?
Ich wünsche mir Bücher, die man mit einem Lächeln zuklappt.
Nicht weil sie leicht sind.
Sondern weil sie daran erinnern, dass das Leben meistens schöner ist, als wir glauben.
Und vielleicht eine eigene kleine Welt schaffen, in die man immer wieder zurückkehren
möchte.
Welchen Rat hast du für angehende Autor:innen?
Lest. Lebt. Reist. Hört . Schaut hin.
Und dann schreibt nur das Buch, das nur ihr schreiben könnt.
Alle anderen gibt es bereits.
Die eigene Stimme ist das Wertvollste, was ein Mensch besitzt.
Und wenn ihr unterwegs einmal stecken bleibt:
Geht essen. Am besten zu einem Franzosen.
